Unsere Mundart — ein Stück Heimat
Wenn Ihnen ein Satz bekannt vorkommt, sind Sie hier richtig:
Pfalz
ES ISS HALWER SIWWE
Es ist halb sieben
Das Pfälzische gehört zu den rheinfränkischen Mundarten und wird in der Pfalz, dem Saarpfalz-Kreis sowie Teilen des nördlichen Elsass gesprochen.
Charakteristisch sind die weichen Konsonanten, das verschluckte „t" am Wortende und die melodische, offene Aussprache. „Halwer" statt „halb" ist ein klassisches Merkmal.
Bayern
ES ISS HOIB SIEME
Es ist halb sieben
Das Bairische ist eine der ältesten lebendigen Mundarten im deutschsprachigen Raum und wird in Bayern, Österreich und Südtirol gesprochen — von über 12 Millionen Menschen.
Typisch sind die Diphthonge: aus „halb" wird „hoib", aus „sieben" wird „sieme". Die Aussprache ist rund, warm und unverwechselbar.
Hessen
ES ISS HALB SIBBE
Es ist halb sieben
Das Hessische ist eine Gruppe mitteldeutscher Mundarten, die in Hessen, Teilen von Rheinland-Pfalz und Thüringen gesprochen werden. Es gibt starke regionale Unterschiede zwischen Nordhessen, Rheinhessen und dem Odenwald.
Kennzeichen: das stimmhafte „b" in „Sibbe" und die leicht nasale Aussprache von Vokalen.
Köln / Ripuarisch
ET ES HALV SIEBE
Es ist halb sieben
Kölsch ist eine ripuarische Mundart und wird in Köln und dem Umland gesprochen. Es ist eine der wenigen Stadtmundarten, die eine ausgeprägte kulturelle Identität bewahrt haben — nicht zuletzt durch den Karneval.
„Et" statt „es" und das weiche „v" in „halv" sind typische Kölsch-Merkmale. Die Mundart gilt als verbindend und herzlich.
Schweiz
ES ISCH HALBI SIBE
Es ist halb sieben
Schweizerdeutsch ist ein Sammelbegriff für die alemannischen Mundarten der Deutschschweiz. Es unterscheidet sich so stark vom Hochdeutschen, dass es für Außenstehende kaum verständlich ist — und das mit Stolz.
„Isch" statt „ist" und „halbi" als feminine Form von „halb" sind charakteristisch. Das Schweizerdeutsche wird im Alltag konsequent dem Hochdeutschen vorgezogen.
Schwaben
S ISCH HALB SIBBE
Es ist halb sieben
Das Schwäbische gehört zur alemannischen Dialektgruppe und wird in Baden-Württemberg, dem bayerischen Schwaben sowie Teilen Vorarlbergs gesprochen. Es ist bekannt für seine melodische Satzmelodie und die typische Endung „-le".
Das verkürzte „S" am Satzanfang und das weiche „isch" prägen den unverwechselbaren schwäbischen Klang.
Sachsen
S IS HALB SIEBM
Es ist halb sieben
Das Sächsische ist eine obersächsische Mundart des Mitteldeutschen, gesprochen in Sachsen, Teilen Sachsen-Anhalts und Thüringens. Es war einst Grundlage der neuhochdeutschen Schriftsprache — historisch bedeutsam, heute oft belächelt.
Die nasale Aussprache, das verschluckte „-en" zu „-m" und das helle „i" machen Sächsisch sofort erkennbar.
Berlin
ET IS HALBE SIEBEN
Es ist halb sieben
Berlinerisch ist ein niederdeutsch geprägter Stadtdialekt, der sich über Jahrhunderte in der Hauptstadt entwickelt hat. Es ist weniger ein klassischer Dialekt als ein urbaner Soziolekt — direkt, schnörkellos, selbstbewusst.
„Et" statt „es", das kurze „is" statt „ist" und die offen ausgesprochene Endsilbe „-e" in „halbe" sind typische Berliner Merkmale.